Diskriminierung an Hochschulen

Plakat Diskriminierung an der Hochschule

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DISKRIMINIERUNG AN DER HOCHSCHULE

 

Rechtlicher Hintergrund

  • Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG): „Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen“[1]
  • Gilt nur für die Beschäftigten an Hochschulen. Bildung zwar als Anwendungsbereich festgelegt, aber ohne Rechtsfolgen.
  • Landeshochschulgesetze und Zielvereinbarungen mit den Universitäten enthalten zum Teil Diskriminierungsverbote (variiert).
  • Hochschulrahmengesetz des Bundes.

 

Diskriminierung aufgrund der Religion oder Weltanschauung

  • Oft in konkreten Diskriminierungsfällen Überschneidung mit rassistischen Diskriminierungen (Antisemitismus, Islamfeindlichkeit etc.)
  • AGG Einschränkungen. Sogenannte „Kirchenklausel“ erlaubt es Kirchen und kirchlichen Verbänden, ihre Beschäftigten mit Rücksicht auf ihre Religion auszuwählen

 

Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität

  • LSBTI* – werden weniger institutionelle Diskriminierungen an Universitäten als individuelle Diskriminierungen benannt

 

Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft

  • Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft nicht im AGG verankert (UN-Menschenrechtscharta und EU Charta der Menschenrechte enthalten ein entsprechendes allgemeines Diskriminierungsverbot
  • Empirisch nachweisbar: PISA Studien belegen Benachteiligungen bereits in der Schule. Studentenwerk zeigt, dass der Anteil an Studierenden, deren Eltern bereits Akademiker_innen sind um ein vielfaches höher ist, als bei Kindern mit nicht-akademischen Eltern.
  • Institutionelle Barrieren ergeben sich durch die frühe soziale Selektion im Bildungssystem, durch Numerus clausus, Hochschuleingangsgespräche oder Studiengebühren.
  • Studierende aus einkommensschwächeren Elternhäusern brechen häufiger ihr Studium aus finanziellen Gründen ab und müssen häufiger studienfernen Erwerbstätigkeiten zur Sicherung des Lebensunterhaltes nachgehen.

 

Geschlechterdiskriminierung

  • Verhältnismäßig gut dokumentiert und berücksichtigt – Gleichstellungsmaßnahmen und Programme; teils Verankerung des Forschungsbereichs von Frauen- und Geschlechterstudien
  • Gleichstellungsbeauftragte; zum Teil Ansätze des Gender Mainstreamings
  • Leaking Pipeline: Frauen gehen auf dem Weg zur Professur verloren: Im Jahr 2011 sind 46,6 Prozent der Studienanfänger_innen, 50,7 Prozent der Studienabschließenden, 44,9 Prozent der Promovierenden, 25,5 Prozent der Habilitierenden und 19,9 Prozent der Professor_innen Frauen (CEWS)

 

Rassismus und Diskriminierung aufgrund der Ethnischen Herkunft

  • Staatsbürger_innenschaft: Ausschluss aus Leistungen und Privilegien (Aufenthaltsrecht, Arbeitserlaubnis, BAföG berechtigt etc.)
  • Internationale Studierende: klagen über schwierige Orientierung im Studiensystem (40 %); Finanzierungsprobleme (39%) und Kontaktschwierigkeiten mit deutschen Studierenden (37%)
  • Menschen mit (zugeschriebener) Migrationsgeschichte: PISA bestätigt schlechtere Bildungschancen bereits in der Schule; wenig Daten direkt an Hochschulen; laut Studentenwerk: 23 % (Studierende mit im Ausland geborener Eltern)

 

Diskriminierung wegen Behinderung

  • Gleichberechtigte Teilnahme an Hochschulen durch das Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (Behindertengleichstellungsgesetz BGG) geregelt.
  • Im Hochschulbereich unterrepräsentiert.
  • Oft gibt es keine Barrierefreiheit (Gebäude, fehlt an technischen Hilfsmitteln etc.)
  • Bedarf nach längeren bzw. flexibleren Zeitstrukturen (Bachelor und Master eher gestraffte Zeitstrukturen)
  • Bedarf eines höheren finanziellen Aufwandes bei eingeschränkteren Nebenerwerbsmöglichkeiten

 

Altersdiskriminierung

  • Vorurteil der geringeren Leistungsfähigkeit im Alter
  • Berufungs-, Einstellungs- und Verbeamtungsgrenzen; Altersgrenzen für die Möglichkeit der Partizipation an Stipendien und Förderungen
  • Wenig übergreifende Informationen und Daten über Altersstruktur vorhanden.
  • Mit steigendem Alter sinkt aber oft die gesicherte Studienfinanzierung (Anspruch auf Kindergeld fällt weg, Krankenversicherung, kein BAföG (mehr))
  • Themen wie Vereinbarkeit Studium und Familie bzw. Erwerbstätigkeit steigen bei höherem Alter

[1] Der Begriff der „Rasse“ gilt als problematisch, das er suggeriert, dass es so etwas wie „Rassen“ tatsächlich gäbe. Stattdessen wird vorgeschlagen, den Begriff der Rasse durch rassistische Zuschreibung zu ersetzen. Gleiches wird auch für ethnische Herkunft angeregt.

 

 

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