Arbeitsort Hochschule: Prädikat prekär

Plakat Arbeitsort  Hochschule

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Plakat Hochschule

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Text des Plakats:

unterschiedliche Stellenformate:

  • studentische Hilfskräfte (7,50 € ohne Abschluss in BY, Rheinl-Pfalz 14.25 mit Master-Abschluss, sonst dazwischen; Tutorien zT unbezahlt; häufig von Personalvertretungsrecht explizit oder implizit ausgenommen, Berlin: eigener Personalrat, regelmäßige MIndestbeschäftigung 4 Semester; 100.000 in Dtl; 4,9% in Gewerkschaften)
  • Wissenschaftliche Hilfskräfte (max 19 Std, Inhalte der Arbeit oft ähnlich zu wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen, offiziell „unterstützende wissenschaftliche Dienstleistungen“; ca 9-15 Euro/Stunde inkl. SozVers: 20.000 mit Hochschulabschluss)
  • Werkverträge und Honorarverträge (ohne SozVers)
  • Lehrbeauftragte (Honorar zwischen 450 und 1000 Euro pro Semester)
  • Lehrkräfte für besondere Aufgaben
  • Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen
  • Juniorprofs (nach Promotion)
  • Privatdozent*innen (nach Habilitation)
  • Professor*innen (13-19% des hauptberuflich wissenschaftl. Personals an HS (ohne apl-Profs; 38.000; an Unis nach Habil oder Habiläquivalent; an FH nach Promotion + Berufserfahrung)
  • Promovierende mit oder ohne Stipendium

Problemfeld Befristungen und Teilzeit

  • an die 90% der wiss. Mitarb. befristet, fast 50% davon mit Verträgen unter einem Jahr
  • Mitarb. mit Teilzeitverträgen arbeiten häufig trotzdem Vollzeit (Schaubild/Tabelle)
  • viele Mitarbeiter_innen arbeiten gleich ganz ohne Vertrag (z.B. in Übergangszeiten zwischen Verträgen, für den Abschluss eines Projekts oder dem_der Chef_in/den Kolleg_innen ‚zuliebe‘)

Problemfeld Verträge und Tarif

  • Wissenschaftszeitvertragsgesetz verhindert eine dauerhafte Anstellung ohne Weiterqualifikation, d.h. nach jeweils sechs Jahren muss eine Promotion oder Habilitätion erreicht sein, um weiter beschäftigt werden zu können
  • der gesetzliche Anspruch darauf, einen Teil der Arbeitszeit für die eigene Forschung, d.h. z.B. an Promotion oder Habilitation, zu verwenden, ist kaum durchsetzbar – häufig findet diese Arbeit am Abend oder Wochenende statt

Tarifsperre

  • viele Wissenschaftler_innen haben mangelnden Sozialversicherungsschutz (z.B. Lehrpersonal mit Honorarvertrag oder Werkvertrag, Promovierende ohne Stelle)
  • häufig werden Studentische Hilfskräfte oder Wissenschaftliche Hilfskräfte mit Aufgaben betraut, die eher Stellenbeschreibungen von wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen entsprechen, d.h. sie tun die gleiche Arbeit für weniger Geld

Problemfeld Finanzierung

  • Vergrößerung der Abhängigkeit von Drittmittelprojekten, weil die öffentliche Finanzierung zurückgeschraubt wird – damit entscheiden finanzkräftige Geldgeber_innen real über das, was erforscht wird und einige Wissenschaftsfelder (grob: Sozial- und Geisteswissenschaften) sind dabei strukturell benachteiligt

Problemfeld unsichere Karrierewege und Abhängigkeit von Professor_innen

  • entfristete Stellen unterhalb der Professur (und Junior-Professuren sind auch befristet) gibt es quasi nicht (Schaubild internat. Vergleich)
  • bis zur Professur gelten alle Mitarb. als Nachwuchs und können offiziell keine Forschungsprojekte leiten – inoffiziell übernehmen sie allerdings große Verantwortung, die Stellung als Nachwuchs wird zur Rechtfertigung unsicherer ARbeitsverhältnisse herangezogen
  • bei studentischen Hilfskräften, Promovierenden und Habilitierenden sind die Arbeitgeber_innen zugleich diejenigen, die die Abschlussarbeiten bewerten und damit entscheidenden Einfluss auf die weitere Laufbahn haben

Problemfeld Diskriminierung

Problemfeld Ideal des Wissenschaftlers (langsam auch der Wissenschaftlerin…)

  • Wissenschaft gilt weniger als Beruf denn als ‚Berufung‘, die Chance auf Selbstverwirklichung wird als Ersatz für sichere Arbeitsverhältnisse ausgegeben

Leistungsideologie

  • das Leitbild der Einzelkämpfer_in erhöht Konkurrenzdenken und erschwert Teamwork

Problemfeld Mitbestimmung und Organisierung

Problemfeld Mobilität

  • Wissenschaftler_innen sind gerade im Zuge von Internationalisierung häufg in verschiedenen Ländern beschäftigt – es fehlen Absicherungen zu den Sozialversicherungs- und Rentenansprüchen
  • kurze Vertragslaufzeiten zwingen häufig zu Stadtwechseln oder ausgiebigem Pendeln – dies ist nicht für alle ein erstrebenswerter Lebensstil

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